Hausmittel, Homöopathie & Naturheilkunde

Jaborandi Globuli in der Homöopathie

Erfahre mehr über Jaborandi und die heilende Wirkung bei Krankheiten wie Hitzewallungen, Nachtschweiss und Schilddrüsenprobleme. Fotolia © gamjai

Erfahre mehr über Jaborandi und die heilende Wirkung bei Krankheiten wie Hitzewallungen, Nachtschweiss und Schilddrüsenprobleme. Fotolia © gamjai

Der Jaborandistrauch, auch Rutakraut genannt, ist eine vor allem in Südamerika verbreitete und seit Jahrhunderten bei den Ureinwohnern beliebte Heilpflanze aus der Familie der Rautengewächse. Der Name „Jaborandi“ kann dabei auf die indianische Bedeutung „vermehrter Schweiß“ zurückgeführt werden. Nach Europa gelangte das 1-3 Meter hoch aufwachsende Strauchgewächs durch Berichte der niederländischen Ärzte Piso und Marcgraf um 1648. Seit 1847 wird er hierzulande in Gewächshäusern kultiviert. Die ovalen Blätter des wenig verzweigten Jaborandistrauches sind wechselständig unpaarig gefiedert angeordnet. Gegen das Licht gehalten, kann man die unzähligen Öldrüsen gut erkennen, die für die heilende Wirkung der Pflanze verantwortlich sind. Zerreibt man ein Blatt zwischen den Fingern, entströmt ein aromatischer Geruch, der an Bitterorange erinnert.

Aufgrund der wassertreibenden Wirkung auf die Bronchial-, Schweiß- und Speicheldrüsen wurde Jaborandi früher fast ausschließlich als Aufguss gegen Katarrhe und Erkältungen verwendet, was heutzutage wegen der schwierigen Dosierung umstritten ist. Die Medizin extrahiert in erster Linie den Wirkstoff Pilocarpin, der in Fertigarzneimitteln hauptsächlich gegen Glaukom bzw. als Miotikum bei Entzündungen der Augen eingesetzt wird. In der Homöopathie wird Jaborandi weniger oft verordnet, was einerseits auf ein breit gefächertes Anwendungsgebiet zurückzuführen ist, andererseits aber auch auf eine teils diffuse Symptomatik, die es sicher noch zu vertiefen gilt. Je nachdem wird Jaborandi als homöopathisches Mittel in Tropfenform oder in Form von Globulis verabreicht. Das Teep gewinnt man nach Madaus‘ Verfahren aus den frischen oder auch getrockneten Blättern. Bei der Dilution werden die zerriebenen Pflanzenteile (HAB §4) in der Regel in den Tiefpotenzen zwischen D3 und D6 angemischt. Die ätherischen Öle enthalten das Alkaloid Pilocarpin, welches schon in geringen Dosen zu Nebenwirkungen führt, weshalb die homöopathische Zubereitung in den Potenzen bis D3 in Deutschland als bedenklich gilt.

Steckbrief

Volkstümlicher NameJaborandistrauch
Art der SubstanzHeilpflanze
Typische PotenzenD3 – D6
Verschreibungspflichtig bis
Erscheinung
HauptanwendungenHitzewallungen
Nachtschweiss
Schilddrüsenprobleme

Anwendungsgebiet von Jaborandi in der Homöopathie

Da die Einnahme von Jaborandi über das parasymphatische Nervensystem auf alle Körperdrüsen sekretsteigernd wirkt, wird es gemäß der homöopathischen Grundregeln vor allem gegen Hitzewallungen und Nachtschweiß, aber auch bei Problemen mit der Schilddrüse eingesetzt. Insbesondere von Strantz berichtet zudem über die erfolgreiche Anwendung bei Sehstörungen und Augenerkrankungen. Personen, denen Jaborandi als homöopathisches Mittel anzuraten ist, klagen oft über Beengungsgefühle am Herzen bis hin zum Rasen im Zusammenspiel mit einem verstärkten Speichel- und Sekretfluss. Leitsymptom ist dabei eine Reizung des Vagus, dem größten Nerv des Parasympathikus, der beinahe alle inneren Organe reguliert. Dementsprechend ist die Störung des Vagusnervs nicht so einfach zu diagnostizieren, was die weniger häufige und gleichzeitig breite Anwendung von Jaborandi in der Homöopathie erklärt.

Umso wichtiger ist es, bei der Diagnose auf ergänzende körperliche Symptome zu achten. Diese können sein: Kreislaufbeschwerden, Übelkeit oder Durchfall, ein verstärkter Ausfluss bei der Schwangerschaft bis hin zu Beschwerden in den Wechseljahren, übermäßiges Schwitzen und plötzlich auftretende Schweißausbrüche, sowie ein verstärkter Tränenfluss, Sehstörungen oder auch eine unverhofft auftretende Rötung des Gesichts bzw. fliegende Hitze.

Jaborandi hilft außerdem bei folgenden Krankheiten:

  1. Beengungsgefühl
  2. Diarrhoe
  3. Durchfall
  4. Fliegende Hitze
  5. Gesichtsröte
  6. Herzangst
  7. Herzklopfen
  8. Herzrasen
  9. Hyperemesis gravidarum
  10. Kollaps
  11. Miosis
  12. Schwangerschaftserbrechen
  13. Schweissausbrüche
  14. Schwitzen
  15. Sehstörungen
  16. Speichelfluss
  17. Tachykardie
  18. Tränenfluss
  19. Verschleimung
  20. Wechseljahrsbeschwerden
  21. Übelkeit
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