Hausmittel, Homöopathie & Naturheilkunde

Acidum hydrocyanicum Globuli in der Homöopathie

Acidum hydrocyanicum (Blausäure) ist auch in Mandeln enthalten. Erfahre mehr über Acidum hydrocyanicum und die positive Wirkung bei Beschwerden wie Epilepsie, Kollaps und Schlaganfall. Fotolia © rdnzl

Acidum hydrocyanicum (Blausäure) ist auch in Mandeln enthalten. Erfahre mehr über Acidum hydrocyanicum und die positive Wirkung bei Beschwerden wie Epilepsie, Kollaps und Schlaganfall. Fotolia © rdnzl

Acidum hydrocyanicum, auch Hydr-ac genannt, ist ein eher weniger häufig verwendetes homöopathisches Mittel, welches aus Blausäure erzeugt wird. Bei Blausäure handelt es sich um Cyanwasserstoff, dem Nitril der Ameisensäure. Cyanwasserstoff ist eine Flüssigkeit, die hochgiftig, farblos bis leicht gelblich, flüchtig, wasserlöslich und brennbar ist. Außerdem ist der typische Geruch nach Bittermandeln charakteristisch. Die Bezeichnung Blausäure steht in Verbindung mit der Gewinnung aus Eisenhexacyanoferrat. Dabei handelt es sich um ein lichtechtes tiefblaues Pigment. Blausäure kommt in geringen Mengen in den Kernen einiger Steinobstfrüchte, wie Mandel, Aprikose, Kirsche und Pfirsich vor. Früher wurde Blausäure in Schiffen, Vorratsspeichern und Mühlen als Begasungsmittel zur Bekämpfung von Ungeziefer verwendet. Heute stellt Blausäure in der chemischen Industrie ein entscheidendes Zwischenprodukt zur Herstellung anderer Stoffe, wie in der Düngemittel- oder Farbstoffindustrie, dar. Für die Homöopathie wurde aus der hochgiftigen Substanz ein sanftes Heilmittel erzeugt, sodass beim Einsatz von Acidum hydrocyanicum der Organismus weder geschädigt noch belastet wird. Verwendung findet das Mittel vorrangig in den Potenzen D4 bis D12. Verschreibungspflichtig ist Acidum hydrocyanicum bis einschließlich zur Potenz D3.


Steckbrief

Volkstümlicher NameBlausäure
Art der SubstanzSäure
Typische PotenzenD4-D12
Verschreibungspflichtig bisD3
Erscheinungblaulippig
kraftlos
verkrampft
HauptanwendungenEpilepsie
Kollaps
Schlaganfall

Anwendungsgebiete von Acidum hydrocyanicum

Acidum hydrocyanicum kommt in der Homöopathie häufig bei Atemnot durch Kurzatmigkeit, Atemstillstand während des Schlafes, Epilepsie, Kollaps, Ohnmachtsanfällen, Herzinfarkt und Schlaganfall zum Einsatz. Wenn der Betroffenen blaue Lippen und weit geöffnete Pupillen hat und sehr blass ist, außerdem einen Kollaps erleidet und den herannahenden Tod fürchtet, dann empfiehlt sich die Einnahme des homöopathischen Mittels Acidum hydrocyanicum. Weitere Leitsymptome sind Kraftlosigkeit und Krämpfe.

In der Homöopathie wird das Mittel bei Atembeschwerden, wie bei erschwerter Atmung, beschleunigter oder verlangsamter bis hin zur Atemnot, verwendet. Zur Atemnot kann es in jedem Alter sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen kommen. Ein gestörtes Atemverhalten im Schlaf wird auch Apnoe genannt. Auch hier kann die Behandlung mit Acidum hydrocyanicum erfolgen. Das Heilmittel eignet sich außerdem bei hauptsächlich in der Nacht auftretendem chronischem trockenem Husten, durch den die Kehle stark gereizt ist. Die Hustenanfälle lösen oft Schmerzen im Brustraum aus, sodass es beim Betroffenen zu Atemaussetzern kommt. Auslöser für Atmungsstörungen sind Kollaps, Epilepsie und entzündliche Erkrankungen an den Herzkranzarterien, die zu einer Beeinträchtigung der normalen Herzfunktion führen. Das homöopathische Mittel Acidum hydrocyanicum kann dem Betroffenen in diesen Fällen helfen, die Beschwerden zu lindern.

Acidum hydrocyanicum C9 empfiehlt sich bei Kurzatmigkeit, unregelmäßiger Atmung sowie produktivem Husten mit Schmerzen in der Brust. Der Betroffene sollte stündlich fünf Globuli zu sich nehmen. Bei einer schweren Atmungsstörung hilft zusätzlich ein bis zwei Mal am Tage Carbo vegetabilis C15. Beim Vorliegen der Schlafapnoe sollte Acidum hydrocyanicum zeitgleich mit Opium abends vor dem Schlafengehen eingenommen werden.

Ebenfalls kann Acidum hydrocyanicum bei Menschen, die überempfindlich gegenüber Witterungserscheinungen, wie Föhn, Hitzewellen, Luftdruckschwankungen, wechselnde Luftfeuchtigkeit oder Gewittern reagieren, eingesetzt werden.

Kommt es zu Problemen bei der Entleerung der Harnblase, beispielsweise aufgrund eingeklemmter Steine oder Fremdkörpern sowie von Tumoren des Blasenhalses oder der Harnröhre, dann kann auch Acidum hydrocyanicum zur Linderung der Beschwerden verwendet werden.


Acidum hydrocyanicum hilft außerdem bei folgenden Krankheiten:

  1. Arthritis
  2. Arthrose
  3. Atemnot
  4. Blasenkrämpfe
  5. COPD
  6. Chronische Bronchitis
  7. Durchfall
  8. Ekzeme
  9. Gelenkentzündung
  10. Gicht
  11. Heuschnupfen
  12. Husten
  13. Knieschmerzen
  14. Magengeschwür
  15. Migräne
  16. Nasenpolypen
  17. Nesselsucht
  18. Polyarthritis
  19. Polypen
  20. Rheuma
  21. Urtikaria
  22. Zwölffingerdarmgeschwür
  23. Lungenkrankheiten
  24. Zyanose

Leitsymptome

  1. Todesgefahr
  2. schwerer Kollaps

Aussehen

  1. Blaue Lippen
  2. Blässe
  3. Weite Pupillen
[Gesamt:3    Durchschnitt: 4.7/5]